Die Druiden, die sogenannten Eichenkundigen, waren die Schamanen der Kelten. Sie praktizierten Naturmedizin und Sternenkunde und waren zugleich Philosophen, Gesetzgeber, Priester sowie engste Vertraute der Stammesführer. Sie fungierten als Sprachrohr der Botschaften und Weisheiten der Natur.
Die keltische Kultur umfasst eine Vielzahl von Stämmen, die in Europa verbreitet waren. Sie hatten Verbindungen untereinander, trieben Handel, lebten aber weitgehend autonom.
Der Begriff "Kelte" stammt von römischen Schriftgelehrten, die damit unterschiedslos die verschiedenen Stämme im nördlichen und westlichen Europa bezeichneten. Diese Stämme waren nie eine einheitliche "keltische Nation". Sie hatten unterschiedliche Sprachen und verschiedenartige Lebensformen. Einige lebten in ländlich bäuerlichen Gemeinschaften oder Dörfern, andere in Hochburgen oder Hügelfestungen.
Das Siedlungsgebiet unserer indogermanischen Vorfahren reichte von der iberischen Halbinsel sowie den britischen Inseln, über den Alpenraum bis nach Anatolien (Türkei). Viele keltische Siedlungen bildeten den Kern von Städten wie Paris, London, Orleans, Bourges und Budapest.
Trotz der Unterschiede wurden die einzelnen Stämme in der Antike als eigene Rasse mit ähnlichen Bräuchen, Werten und Vorlieben betrachtet. Ihnen gemein ist eine hochentwickelte Kultur, die gleiche respektvolle Haltung gegenüber dem Land sowie die ausgeprägte Verbundenheit mit der Natur. Sie alle glaubten an eine wahrnehmbare Geisterwelt und die Unsterblichkeit der Seele.
Wie auch die Urvölker heute, lebten die Keltenvölker eine freie Naturspiritualität und fühlten sich mit allen Tieren, Pflanzen, Bäumen und Steinen innigst verbunden und spürten die innewohnende göttliche Kraft. In Island sind noch heute Feenhügel auf Landkarten eingezeichnet und werden beim Straßen- oder Hausbau berücksichtigt.
Wälder und Bäume waren unseren keltischen Vorfahren heilig. In den sogenannten Heiligen Hainen, den ehemaligen Kraft- und Kultplätzen, fanden Versammlungen, Rituale und Feste statt.
Das Wort Druide leitet sich aus den keltischen Wörtern dru-wid ab. Wid bedeutet so viel wie "sehr gelehrt" oder weise, aber auch "die, welche weit sehen" oder "Tiefblickende". Dies weist auf die Fähigkeiten und den immensen Reichtum an Wissen dieser Menschen hin, sowie auf die "Sicht" über das Physische hinaus.
Dru verbanden die Kelten mit der Eiche, einem der heiligen Bäume, dem sogenannten Lebensbaum. Die Eiche galt als die Tür zwischen den Welten. Das keltische Wort für Eiche lautet "dur", in Gälisch "duir", was auch "Tür" bedeutet. Die "Eichentür" als Zugang zur Feenwelt, dem Reich der Geister, der Anderswelt.
Vor über 2500 Jahren schufen die Druiden an vielen heiligen Orten der keltischen Welt Brücken in die Anderswelt. Als Vermittler zwischen der unsichtbaren Welt und den Menschen hatten sie die Aufgabe, heilige Zeremonien durchzuführen, die sowohl Schutz als auch Segen brachten. Sie waren Hüter uralten Wissens, das mündlich über viele Generationen hinweg weitergegeben wurde. Sie bewahrten die Lehre des menschlichen Lebens in Harmonie mit sich, seiner Umwelt, der Natur und dem Kosmos. Ein aus Kultur und alltäglichen Erfordernissen gewebtes Band des Miteinander.
Moderne Druiden übernehmen heute die Verantwortung, dieses reiche Erbe zu erforschen und weiterzugeben. Dazu gehört einerseits die Bewahrung alter Bräuche, andererseits die Anpassung dieses Wissens an die Herausforderungen der neuen Zeit. Moderne Druiden inspirieren uns, mit der Erde im Einklang zu leben und die heiligen Geheimnisse des Lebens neu zu entdecken.
Das Neo-Druidentum wächst als frischer Same, der gehegt und gepflegt werden darf. Ein Bäumchen mit tiefen Wurzeln und frischen Trieben und Ästen, den Bedürfnissen der neuen Zeit entsprechend.
Aus dem Brunnen der Erinnerung fließt Wissen in uns. Der Celtic Spirit ist wieder erwacht und so trage auch ich meinen kleinen Anteil dazu bei.
Benna, Druide des Order of Bards Ovates and Druids Britannia
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